|
Das Schicksal des Phaethon
Klymene, die Tochter der Meernymphe Tethis, war so schön, daß sie selbst der strahlende Sonnengott Helios, der jeden Tag mit seinem goldenen Wagen hoch über der Erde dahinfuhr, nirgends ein schöneres Mädschen als dieses gesehen hatte. Er nahm sie zur Frau, und sie gebar ihm einen Sohn, der ebenso strahlte wie sein Vater; deshalb gab sie ihm den Namen Phaethon (der Strahlende). Doch war er nicht unsterblich wie Helios. Tagelang spielte Phaethon mit seinem Vetter Epaphos, einem Sohn des blitzeschleudernden Zeus. Eines Tages -und keiner weiß warum- begann Epaphos den Phaethon zu hänseln. „Obgleich du Phaethon heißt, bist du kein Sohn des Helios. Du bist der Sohn eines gewöhnlichen Sterblichen!“ Wie ein Stein fielen diese Worte in die kindliche Seele des Phaeton. Er begann zu weinen und lief zu seiner Mutter, die ihn in die Arme schloß. Schluchzend erzählte er ihr, wie tief ihn Epaphos beleidigt habe. Klymene hob die Arme zur Sonne empor und schwor: „ O mein Sohn! Beim strahlenden Helios, der alles sieht und hört, schwöre ich, daß er dein vater ost! Möge er mich seines Lichts berauben, wenn ich nicht die Wahrheit sage! Gehe hin zu seinem Palast! Er wird dich als seinen Sohn empfangen und meine Worte bestätigen!“ Beruhigt ging Phethon zum Palast seines Vaters Helios. Er sah in dort von ferne aus seinem goldenen Thron sitzen, konnte sich ihm jedoch nicht nähern, weil keines Sterblichen Augen die blendende Helle des Helios ertragen können. Der Sonnengott erstrahlte bei Anblick seines Sohnes noch heller als sonst. Als er hörte, welche Zweifel Epaphos in ihm geweckt habe, erklärte er: „Du bist mein Sohn! Und damit du mir glaubst, so sprich einen Wunsch aus, und ich schwöre bei den heiligen Wassern des Styx, daß ich ihn erfüllen werde!“ Wie froh war Phaethon über diese Worte. Er bat Helios, ihm für einen Tag den Sonnenwagen mit den geflügelten Pferden zu geben, um mit ihm die weiten des Himmels zu durchmessen. Doch bei diesesn Worten verdunkelte sich der Antlitz des Gottes. „Mein Sohn, es darf kein Sterblicher in meinem Wagen sitzen! Nicht einmal ein anderer der unsterblichen Götter könnte in ihm dahinjagen! Mein Rosse rasen wie der Wirbelwind. Du hast nicht die Kraft, die Zügel zu halten und das Gefährt zu lenken. Am Anfang ist der Weg so steil, als flögest du senkrecht nach oben. Erreichst du die höchsten Höhen, werden dir vor Schreck die Haare zu Berge stehen, sobald du hinab auf die Erde siehst. Dann aber werden die Rosse Hals über Kopf hinunterstürzen zu den wassern des Okeanos... Und unterwegs würdest du auf Ungeheuer stoßen, die dich und die Pferde erschrecken. Willst du denn zugrunde gehen?! Doch Phaethon ließ sich nicht von seinem Vorhaben abbringen. Noch nachdrücklicher bat er um den Sonnenwagen. Helios konnte den Eid, den er bei den heiligen wassern des Styx geschworen hatte, nicht brechen. Schweren Herzens gab er dem Drängen des Phaethon nach. Am östlichen Rand der erde, wo sich der goldene Wagen des Helios befand, spannte Phaethon die feurigen Flügelpferde an. Mit Ambrosia versehen und Nektar getränkt, schnaubten sie ungeduldig. Sie stampften mit den Hufen. Erfüllt von unbeschreiblicher Freude, bestieg Phaethon den Sonnenwagen. Als er die Zügel ergriff, öffnete Eos, die Göttin der Morgenröte, weithin die goldenen Tore, und im gleichen Augenblick flogen die Pferde den steilen Weg himmelan. Ungestürmt stürmten sie dahin. Phaethons Kräfte reichten nicht aus, die Sonnenrosse zu zügeln und zu lenken. Sie flogen dahin und wichen vom Weg ab. Phaethon hätte auch gar nicht gewusst, welche Richtung sie einschlagen sollten. Er kannte den Weg nicht. Da erschien vor dem Gefährt ein riesiger Skorpion, mit giftigen Schuppen bedeckt. Den langen, tödlichen Stachel des Ungeheuers sah Phaethon auf sich gerichtet. Erschreckt ließ er die Zügel los und fiel im Wagen nieder auf sein Antlitz. Kaum fühlten die Pferde die Freiheit, als sie, um dem schrecklichen Skorpion zu entgehen, Hals über Kopf hinaufstürmten zu den Sternen. Der Wagen raste schleudernt hinterdrein und konnte jeden Augenblick umstürzen. Selene, die Mondgöttin, sah, wie die Pferde ihres Bruders Helios in die Himmelsweiten hineinstürmten, von niemandem gelenkt. Sie erschrack. Was war geschehen? Aus der Höhe stürmten die Pferde wieder zur Erde hinab. Vom Feuerwagen entzündet, geriet die Erde in Brand. Die Flammen verwandelten blühende Gärten und fruchtbare Felder in rauchende Brandstätten. Die Berge begannen zu glühen, das Wasser in Flüssen und Meeren siedete, und dichte Wolken heißen Dampfes stiegen daraus empor. Da erschraken die Nympfen und flüchteten weinend in tiefe Höhlen. Alsbald verwandelten sich die Flüsse und Meere in von Rissen durchzogene Wüsten. Die unerträgliche Hitze versetzte die Götter des Meeres in Schrecken. Die Erde war von Tod bedroht. Da wandte sich Gaia, die Göttin der Erde, tränenüberströmt an den Beherrscher des Himmels und der Erde: „o erhabener Zeus! Warum läßt du zu, daß ich umkomme und daß auch das Reich deines Bruders Poseidon zugrunde geht? Soll die Welt verbrennen?“ Der große Zeus erhörte das Flehen der Göttin Gaia. Augenblicklich ließ er die wütenden Flammen, die die Erde umzüngelten, erlöschen. Dann streckte er seine schwere Rechte aus, schleuderte einen blendent hellen Blitz hinab und schlug den Feuerwagen in Stücke. Über den ganzen Himmel zerstoben die feurigen Brocken des Sonnenwagens. Von Flammen umhüllt, stürzte Phaethon zur Erde nieder und fiel in den Fluß Eridanos, fern seiner Heimat. Tiefe Trauer verdüsterte den strahlenden Helios ob des tragischen Geschicks seines Sohnes,und den ganzen Tag über ließ er sich nicht in den Weiten des Himmels erblicken. Die Magie des Skorpion:
Vielleicht besitzt kein anderes Sternzeichen so viel Magie wie dieses. Der Skorpion ist so nachdenklich, hintergründig, sarkastisch und voller vibrierender Energie. Manchmal wirkt er geheimnisvoll düster, manchmal scheint er sich treiben zu lassen; er wird nie wirklich verraten, was er gerade denkt. Und das ist auch nicht nötig; er überrascht seine Umwelt sowieso mit unwägbaren Stimmungswechseln. Mal ist der Skorpion scheu, mal auf grandiose Weise selbstgewiss, kommt er heute rebellisch, morgen stockkonservativ daher und verrät auf diese Weise sehr wenig von sich. Viele Menschen fürchten sich vor seinem Stachel, weil er nur allzu gerne kleine, gemeine Bemerkungen losläßt. Viel beunruhigender ist aber sein Röntgenblick, mit dem er sein Gegenüber fixiert. Mancher fühlt sich dann auf geheimnisvolle Weise durchschaut. Ein schwieriger Zeitgenosse? Eher faszinierend. Seine leiden- schaftliche Art, Dinge zu ergründen und zu beherrschen, zieht viele in den Bann. Wer einen Skorpion liebt, leidet unter seiner Eifersucht – und ist doch immer wieder süchtig nach ihm.
Auf wen er fliegt:
Im Prinzip hängt das von seinen Stimmungen ab: Mal mag er lieber diskutieren, mal möchte er erotisch die Zügel schießen lassen. Klar ist, daß der Skorpion einen Bogen um Menschen macht, die ähnliche Power haben, wie er. Er braucht nämlich den ganzen Raum für sich und liebt darum fügsame Sternzeichen wie Jungfrau oder Fische. Er sehnt sich nach Bewunderung und Zärtlichkeit, auch wenn der Skorpion- Mann eher als Heißsporn und die Skorpion-Frau als Rachegöttin gilt. Magisch angezogen wird er auch von Krebsen und Steinböcken, den gegenüberliegenden Zeichen auf den Wendekreisen. Beide haben Antennen für seine grüblerische und geheimnisvolle Art.
Wie man ihn verführt:
Es könnte sein, daß Sie nie die Chance haben werden, ihn zu verführen – Sie werden einfach das Gefühl nicht los, daß ein Skorpion Sie längst hypnotisiert hat, bevor Sie den ersten Gedanken an ein Rendezvous verschwenden. Er hat so eine besondere Art, Sie anzuschauen, daß Sie sich einfach nackt und durchschaut fühlen. Wenn Sie das aushalten, gibt es zwei Möglichkeiten: Sie tun ein wenig desinteressiert – das fordert seine Verführungslust noch mehr heraus. Oder Sie stürzen sich mit Ihrem ganzen Intellekt in seine vielschichtigen Gedankenwelt. Skorpione sind nicht nur leidenschaftliche Liebhaber, sondern auch leidenschaftliche Denker.
Wie der Skorpion liebt:
Maßvolles ist nicht für ihn; er liebt mit Haut und Haar. Das kann berauschend sein, oder auch anstrengend; langweilig wird es jedenfalls nie, denn Skorpione haben die ganze Skala drauf: mal explosiv erotisch, mal sirenenhaft sanft, dann wieder von scheinbar berechnender Kühle oder auch Rat suchend wie ein unvoreingenommenes Kind. Das bedeutet, es kann ganz schön schwierig werden, was der Skorpion nicht wirklich versteht. Für ihn besteht das ganze Leben aus Unberechenbarkeit, die er dennoch ergründen will. Wer ihm dabei folgt, den wird er nicht mehr loslassen. Im Grunde braucht er jemanden, der seine Energie auffängt und lenkt. Dann ist er sehr dankbar. |
|